Früh und vorzeitig
Der NHS spricht von früher Menopause, wenn die regelmäßige Periode vor 45 aufhört, und von vorzeitiger Menopause vor 40. Fachlich heißt Letzteres vorzeitige Ovarialinsuffizienz, kurz POI: Die Eierstöcke arbeiten nicht mehr wie in diesem Alter üblich.
Häufiger als gedacht
Die internationale Leitlinie von 2024 (ESHRE, ASRM, IMS) geht nach neuen Daten davon aus, dass etwa 3,5 Prozent der Frauen betroffen sind, mehr als früher angenommen. Ursachen können Veranlagung, Erkrankungen oder Behandlungen wie Chemo- und Strahlentherapie sein. Oft bleibt die Ursache unklar.
Woran man es merkt
Die Periode wird unregelmäßig oder bleibt aus, dazu können Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Scheidentrockenheit kommen. Für die Diagnose reicht nach der Leitlinie von 2024 ein erhöhter FSH-Wert über 25 IE/l zusammen mit den Zyklusveränderungen. Bei Unsicherheit wird nachgemessen oder das Anti-Müller-Hormon bestimmt.
Warum Hormone hier ersetzt werden
Fehlen die Hormone so früh, steigt das Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb rät der NHS, sie zu ersetzen, mit einer Hormontherapie oder der kombinierten Pille. Das ist etwas anderes als eine Hormontherapie mit 55: Hier wird ersetzt, was der Körper in diesem Alter sonst noch bilden würde. Für Frauen, die keine Hormone nehmen dürfen, etwa nach bestimmten Brustkrebsarten, gibt es andere Wege.
Kinderwunsch und Unterstützung
Schwanger zu werden ist schwerer, aber nicht immer unmöglich. Der NHS nennt künstliche Befruchtung mit eigenen eingefrorenen oder gespendeten Eizellen als Möglichkeiten. Die Diagnose trifft viele Frauen hart; Gesprächsangebote und Selbsthilfegruppen gehören deshalb ausdrücklich zur Behandlung.
