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Hormontherapie in den Wechseljahren: Was heute als belegt gilt

Kaum ein Thema der Frauengesundheit hat so viel Hin und Her erlebt. Nach Jahren der Verunsicherung sind sich die großen Fachgesellschaften heute weitgehend einig, ohne dass die Risiken verschwunden wären.

Aktualisiert: Oktober 2026

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Was eine Hormontherapie leisten kann

Nach dem Positionspapier der North American Menopause Society von 2022 ist eine Hormontherapie die wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen. Sie hilft auch gegen Beschwerden an Scheide und Harnwegen und schützt nachweislich vor Knochenabbau und Brüchen.

Für wen der Nutzen meist überwiegt

Für Frauen unter 60 oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause, die keine Gegenanzeigen haben, fällt die Abwägung bei belastenden Hitzewallungen nach demselben Papier günstig aus. Wer später beginnt, trägt ein höheres absolutes Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall, Thrombosen und Demenz. Dann sieht die Abwägung weniger günstig aus.

Wie groß die Risiken sind

  • Brustkrebs: Kombinierte Präparate aus Östrogen und Gestagen erhöhen das Risiko leicht. Der NHS nennt etwa 5 zusätzliche Fälle auf 1.000 Frauen nach fünf Jahren Anwendung. Reines Östrogen erhöht es kaum oder gar nicht.
  • Thrombosen und Schlaganfall: Tabletten erhöhen beides leicht, Pflaster, Gele und Sprays nach dem NHS nicht.
  • Herz: Auf das Risiko einer koronaren Herzkrankheit hat eine Hormontherapie nach dem NHS wenig oder keinen Einfluss.

Welches Präparat, in welcher Form und wie lange, hängt von Alter, Vorgeschichte und den eigenen Risiken ab. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Endokrinologie von 2025 beschreibt das ausführlich, auch für Frauen, für die Hormone nicht infrage kommen.

Was sich 2025 in den USA geändert hat

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat im November 2025 angekündigt, die schwarzen Warnhinweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs und Demenz von den Packungsbeilagen zu entfernen. Der Warnhinweis zu Gebärmutterkrebs bei reinem Östrogen bleibt. Kritiker halten den Schritt für zu weitgehend. Die Risikozahlen oben ändern sich dadurch nicht.

Was das für dich heißt

Ob eine Hormontherapie passt, ist eine ärztliche Entscheidung, die du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt triffst und regelmäßig überprüfst. Wer Hormone nicht nehmen kann oder will, findet die belegten Alternativen im Artikel Hitzewallungen ohne Hormone.

Quellen

  1. The North American Menopause Society (2022): The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause 29(7), 767–794. Zur Quelle
  2. NHS (überarbeitet 2023): Benefits and risks of hormone replacement therapy (HRT). NHS, 8. Februar 2023. Zur Quelle
  3. Lumsden, M. A., Dekkers, O. M., Faubion, S. S. et al. (2025): European Society of Endocrinology clinical practice guideline for evaluation and management of menopause and the perimenopause. European Journal of Endocrinology 193(4), G49–G81. Zur Quelle
  4. U.S. Food and Drug Administration (2025): HHS Advances Women's Health, Removes Misleading FDA Warnings on Hormone Replacement Therapy. FDA, 10. November 2025. Zur Quelle

Dieselbe, vollständige Belegliste steht in der App unter Hilfe & FAQ.

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