Woher unsere Quellen kommen
Wir suchen zuerst nach Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, nach Leitlinien von Fachgesellschaften und nach randomisierten Studien der letzten Jahre. Ältere Arbeiten nehmen wir nur, wenn nichts Neueres die Frage beantwortet. Das Jahr steht deshalb in jeder Quellenangabe. Jede Aussage prüfen wir an der Zusammenfassung der Studie oder am Wortlaut der Leitlinie, nicht an Berichten darüber.
Rhythmus ist kostenlos, zeigt keine Werbung und verlinkt keine Produkte. Kein Hersteller bezahlt uns dafür, dass eine Aussage so oder anders ausfällt.
Die drei Stufen in der App
Zu jeder Zyklus- und Lebensphase steht in Rhythmus, was bekannt ist. Über jedem Absatz steht eine von drei Stufen:
- belegt: Leitlinien oder mehrere Studien kommen übereinstimmend zum selben Ergebnis. Beispiel: Mit der Menstruation geht Eisen verloren, deshalb liegt die empfohlene Zufuhr für Frauen höher.
- kleiner Effekt: Es gibt einen Unterschied, aber er ist klein, zeigt sich nicht in allen Studien oder lässt sich kaum von normalen Schwankungen trennen. Beispiel: der etwas höhere Ruheumsatz in der Lutealphase.
- nicht belegt: Eine verbreitete Regel hält der Forschung nicht stand. Beispiel: „In der Follikelphase schwer trainieren“.
Absätze ohne Etikett enthalten nichts, was sich einstufen ließe, etwa „Für diese Phase sind keine besonderen Ernährungsregeln belegt“. Die Stufe bewertet nur die Studienlage, nie dich oder deinen Körper. Unter jeder Stufe lässt sich aufklappen, warum sie so ausfällt, und hinter jeder Quelle steht, was für eine Arbeit es ist und wie viele Studien oder Frauen sie umfasst.
Die vier Urteile im Mythen-Check
Im Mythen-Check prüfen wir verbreitete Behauptungen. „Stimmt“ und „Stimmt nicht“ heißt: Die Quellen sprechen klar dafür oder dagegen. „Teilweise“: Ein Kern ist richtig, die Behauptung geht darüber hinaus. „Nicht belegt“: Die Studien zeigen den behaupteten Nutzen nicht. Jedes Urteil stützt sich auf einen Artikel hier im Wissensbereich mit derselben Quelle.
Worauf wir bei einer Studie achten
- Studientyp. Eine randomisierte Studie kann Ursache und Wirkung trennen, eine Beobachtungsstudie zeigt nur Zusammenhänge. Übersichtsarbeiten fassen viele Studien zusammen und wiegen deshalb meist schwerer als eine einzelne.
- Zahl der Teilnehmerinnen. Kleine Studien übersehen echte Effekte leichter. Finden sie doch einen, fällt er oft zu groß aus, und andere Gruppen können das Ergebnis seltener wiederholen.
- Wie die Zyklusphase bestimmt wurde. Wer die Phase aus dem Kalender schätzt, statt Hormone zu messen, ordnet einen Teil der Messungen der falschen Phase zu. Eine Übersicht von 2025 hat deshalb nur Studien mit gemessenen Hormonwerten ausgewertet: 19 Studien mit zusammen 279 Frauen.
- Übereinstimmung. Eine einzelne Studie reicht nicht für „belegt“. Wir schauen, ob andere Arbeiten in dieselbe Richtung zeigen.
Warum kleine Studien nicht automatisch wertlos sind
Viele Studien zum Zyklus haben nur zwei Dutzend Teilnehmerinnen. Das allein macht sie nicht unbrauchbar, es kommt auf den Aufbau an. In der randomisierten Studie von 2026 zum Krafttraining waren es 24 Frauen, und jedes Bein bekam per Los eine eigene Trainingsvariante. Jede Frau war damit ihre eigene Vergleichsgruppe, und Unterschiede zwischen Personen fallen heraus.
Trotzdem stützen wir keine Kernaussage auf eine einzelne kleine Studie. Die Aussage zum zyklusbasierten Training beruht zusätzlich auf Übersichtsarbeiten, die in dieselbe Richtung zeigen.
Warum wir keine Impact-Faktoren angeben
Der Impact-Faktor misst, wie oft Artikel einer Zeitschrift im Durchschnitt zitiert werden. Über einen einzelnen Artikel sagt er wenig: Auch angesehene Zeitschriften drucken Meinungsbeiträge ohne eigene Daten. Die internationale Erklärung DORA rät ausdrücklich davon ab, ihn als Maß für die Qualität einzelner Artikel zu nutzen. Wir nennen stattdessen Zeitschrift und Jahr und verlinken jede Quelle, damit du selbst nachlesen kannst.
Deine eigenen Daten: Dein Muster
Studien beschreiben, was im Durchschnitt vieler Frauen gilt. Was für dich gilt, zeigt sich in deinen Einträgen. „Dein Muster“ geht dabei vor wie eine kleine Studie mit dir als einziger Teilnehmerin: Es vergleicht dich mit dir selbst, schaut nur auf zwei vorab festgelegte Stellen im Zyklus und rechnet Wochentage heraus. Gemeldet wird erst, was zwei Auswertungen hintereinander standhält. Deshalb braucht es mehrere Zyklen, und manches echte Muster bleibt lange unentdeckt.
Wenn sich die Studienlage ändert
Erscheint eine Studie, die eine Aussage stützt oder widerlegt, passen wir Text und Stufe an. Jede inhaltliche Änderung steht mit Datum, Version und Begründung unter Was wir geändert haben. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns an contact@rhythmus.app.
Wo unsere Regeln an Grenzen stoßen
- Wir gehen nach festen Fragen vor, aber nicht nach einem formalen Bewertungsverfahren, wie es Leitliniengruppen nutzen.
- Interessenkonflikte der Autorinnen und Autoren prüfen wir nicht bei jeder Studie einzeln.
- Eine unabhängige fachliche Durchsicht unserer Texte steht noch aus.
