Was PMDS ist
Die prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS, ist eine schwere Form prämenstrueller Beschwerden. Die Symptome beschränken sich auf die Tage vor der Periode. Seit 2013 ist PMDS als eigene psychische Diagnose anerkannt.
Wie häufig sie ist
Eine Meta-Analyse von 2024 mit gut 50.000 Teilnehmerinnen kommt auf 3,2 %, wenn die Diagnose bestätigt war, und auf 7,7 % bei vorläufiger Diagnose. In Studien aus der Allgemeinbevölkerung mit bestätigter Diagnose waren es 1,6 %.
Warum das Aufschreiben zählt
Bestätigt ist die Diagnose erst, wenn die Beschwerden über zwei Zyklen fortlaufend notiert wurden. Vorher gilt sie als vorläufig. Die Symptomauswahl in Rhythmus ist für diese Abklärung zu klein; frag in der Praxis nach einem Tagebuch, das die Diagnosekriterien abdeckt.
Was die Studien zur Behandlung sagen
Eine Cochrane-Übersicht von 2024 mit 34 Studien kommt zu dem Schluss, dass bestimmte Antidepressiva, sogenannte SSRI, prämenstruelle Beschwerden wahrscheinlich verringern – bei mäßig sicherer Evidenz. Dauerhaft genommen wirkten sie in den Studien besser als nur in der zweiten Zyklushälfte. Häufiger waren Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen und weniger Lust auf Sex. 68 % der Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert; die Autorinnen und Autoren nennen das ausdrücklich als Grund zur Vorsicht.
Ob und wie behandelt wird, besprichst du mit deiner Ärztin oder Psychotherapeutin.
Wenn es dunkel wird
Menschen mit PMDS haben nach einer Übersicht von 2026 ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken. Das ist ein Grund, die Tage vor der Periode ernst zu nehmen, wenn sie sich so anfühlen – und darüber zu sprechen.
