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PMDS: Wenn es mehr ist als PMS

Reizbar vor der Periode, das kennen viele. Bei einer kleineren Gruppe kippt die Stimmung in den Tagen davor so stark, dass Beziehungen, Arbeit und Alltag darunter leiden. Dafür gibt es einen Namen, eine Diagnose und Behandlung.

Aktualisiert: September 2026

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Was PMDS ist

Die prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS, ist eine schwere Form prämenstrueller Beschwerden. Die Symptome beschränken sich auf die Tage vor der Periode. Seit 2013 ist PMDS als eigene psychische Diagnose anerkannt.

Wie häufig sie ist

Eine Meta-Analyse von 2024 mit gut 50.000 Teilnehmerinnen kommt auf 3,2 %, wenn die Diagnose bestätigt war, und auf 7,7 % bei vorläufiger Diagnose. In Studien aus der Allgemeinbevölkerung mit bestätigter Diagnose waren es 1,6 %.

Warum das Aufschreiben zählt

Bestätigt ist die Diagnose erst, wenn die Beschwerden über zwei Zyklen fortlaufend notiert wurden. Vorher gilt sie als vorläufig. Die Symptomauswahl in Rhythmus ist für diese Abklärung zu klein; frag in der Praxis nach einem Tagebuch, das die Diagnosekriterien abdeckt.

Was die Studien zur Behandlung sagen

Eine Cochrane-Übersicht von 2024 mit 34 Studien kommt zu dem Schluss, dass bestimmte Antidepressiva, sogenannte SSRI, prämenstruelle Beschwerden wahrscheinlich verringern – bei mäßig sicherer Evidenz. Dauerhaft genommen wirkten sie in den Studien besser als nur in der zweiten Zyklushälfte. Häufiger waren Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen und weniger Lust auf Sex. 68 % der Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert; die Autorinnen und Autoren nennen das ausdrücklich als Grund zur Vorsicht.

Ob und wie behandelt wird, besprichst du mit deiner Ärztin oder Psychotherapeutin.

Wenn es dunkel wird

Menschen mit PMDS haben nach einer Übersicht von 2026 ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken. Das ist ein Grund, die Tage vor der Periode ernst zu nehmen, wenn sie sich so anfühlen – und darüber zu sprechen.

Quellen

  1. Reilly, T. J., Patel, S., Unachukwu, I. C. et al. (2024): The prevalence of premenstrual dysphoric disorder: Systematic review and meta-analysis. Journal of Affective Disorders 349, 534–540. Zur Quelle
  2. Jespersen, C., Lauritsen, M. P., Frokjaer, V. G. et al. (2024): Selective serotonin reuptake inhibitors for premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder. Cochrane Database of Systematic Reviews 8, CD001396. Zur Quelle
  3. Zhitnik, E., Britt, T., Bertone-Johnson, E. et al. (2026): Prevalence, Risk Factors, and Treatments for Suicidality in People Living with Premenstrual Dysphoric Disorder (PMDD): A Systematic Review. Administration and Policy in Mental Health 53(4), 402–419. Zur Quelle
  4. TelefonSeelsorge Deutschland: Sorgen kann man teilen. telefonseelsorge.de. Zur Quelle

Dieselbe, vollständige Belegliste steht in der App unter Hilfe & FAQ.

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