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Beckenboden: Inkontinenz ist häufig – und gut behandelbar

Beim Springen, Husten oder schweren Heben ein paar Tropfen – darüber reden die wenigsten, auch viele Sportlerinnen nicht. Dabei ist es häufig, und die erste Behandlung ist gut untersucht.

Aktualisiert: September 2026

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Auch Sportlerinnen betrifft es

Eine große Auswertung von 2026 mit 32 Studien und über 4.600 Sportlerinnen zwischen 18 und 45 fand, dass sich die Häufigkeit zwischen den Sportarten nicht deutlich unterschied – auch nicht zwischen Sportarten mit und ohne Sprünge. Am klarsten hing sie mit der Trainingsmenge zusammen: Pro zusätzlicher Wochenstunde stieg die Wahrscheinlichkeit um etwa 6 %.

Was hilft: Beckenbodentraining

Eine Cochrane-Übersicht von 2018 hält fest, dass gezieltes Beckenbodentraining Harninkontinenz heilen oder bessern kann, beim Urinverlust unter Belastung ebenso wie bei anderen Formen. Die Autorinnen und Autoren sehen es als Teil der ersten Behandlung.

Eine weitere Cochrane-Übersicht von 2024 bestätigt: Die internationale Fachkonsultation empfiehlt Beckenbodentraining als erste Therapie. Ob einzeln oder in der Gruppe angeleitet, macht für die Lebensqualität wahrscheinlich kaum einen Unterschied. Gezielte, wiederholte Anspannungen des Beckenbodens schnitten etwas besser ab als indirektes Training.

Schwangerschaft und danach

Gezieltes Beckenbodentraining früh in der Schwangerschaft kann bei Frauen ohne Beschwerden späterer Inkontinenz vorbeugen. Als allgemeines Programm für alle nach der Geburt ist die Wirkung unsicher; bei Beschwerden hilft eine gezielte Anleitung eher als ein Standardprogramm.

⚠️ Urinverlust ist auch bei jungen, sportlichen Frauen kein Schicksal, das man hinnehmen muss. Sprich es in der frauenärztlichen Praxis an und frag nach angeleitetem Beckenbodentraining.

Quellen

  1. Domínguez-Pérez, N., Sevilla-Arrabal, I., Navarro-Brazález, B. et al. (2026): Urinary Incontinence in Women Athletes: Umbrella Review and Meta-analysis of Sport-Related Factors. Sports Medicine 56(9), 2185–2208. Zur Quelle
  2. Dumoulin, C., Cacciari, L. P. & Hay-Smith, E. J. C. (2018): Pelvic floor muscle training versus no treatment, or inactive control treatments, for urinary incontinence in women. Cochrane Database of Systematic Reviews 10, CD005654. Zur Quelle
  3. Hay-Smith, E. J. C., Starzec-Proserpio, M., Moller, B. et al. (2024): Comparisons of approaches to pelvic floor muscle training for urinary incontinence in women. Cochrane Database of Systematic Reviews 12, CD009508. Zur Quelle
  4. Woodley, S. J., Lawrenson, P., Boyle, R. et al. (2020): Pelvic floor muscle training for preventing and treating urinary and faecal incontinence in antenatal and postnatal women. Cochrane Database of Systematic Reviews 5, CD007471. Zur Quelle

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