Speicher leer, Blutbild normal
Eisenmangel betrifft besonders Frauen vor den Wechseljahren. Blutarmut ist nur eine seiner Folgen; Beeinträchtigungen können auch auftreten, bevor das Blutbild auffällig wird. So fasst es eine Übersicht in der Fachzeitschrift The Lancet von 2021 zusammen.
Welcher Wert es zeigt
Den Füllstand der Speicher zeigt das Ferritin. Wo genau die Grenze liegt, ist umstritten. Eine Studie von 2021 mit über 1.000 jungen Frauen hat gemessen, ab wann der Körper beginnt, mehr Eisen aus der Nahrung aufzunehmen: sobald das Ferritin unter etwa 50 µg/l fällt. Die Autorinnen und Autoren deuten das als beginnenden Eisenmangel. Andere Grenzwerte setzen tiefer an – frag nach, welche Grenze dein Labor verwendet und wo dein Wert liegt.
Für Sportlerinnen steht mehr dazu in unserem Artikel zu Eisen, Periode und Sport.
Die häufigste Ursache: die Periode
Mit der Menstruation geht Eisen verloren; deshalb liegt die empfohlene Zufuhr für Frauen vor den Wechseljahren bei 16 mg am Tag, für Männer bei 11 mg. Eine starke Regelblutung ist einer der wichtigsten Gründe für Eisenmangel und wird oft nicht ernst genommen. Woran du sie erkennst, steht in unserem Artikel zur starken Regelblutung.
Die Lancet-Übersicht betont, dass immer nach der Ursache gesucht werden sollte; einen Test auf Zöliakie zu erwägen, gehört routinemäßig dazu.
Behandeln – aber nach Befund
Erste Wahl ist in den meisten Fällen Eisen zum Einnehmen. Hohe Dosen werden dabei schlechter aufgenommen, weil der Körper die Aufnahme dann drosselt. Die Menge legt die Ärztin fest; Rhythmus nennt bewusst keine.
Eine Auswertung von 21 Studien aus dem Jahr 2022 fand bei Eisenmangel ohne Blutarmut, dass Eisen als Infusion die körperliche Leistung etwas verbesserte und Müdigkeit etwas verringerte. Die Qualität der Evidenz war überwiegend gering; die Lebensqualität unterschied sich nicht.
